Gesamtjahr 2025
Umsätze
Nachdem die Umsätze im ersten Halbjahr 2025 in etwa unverändert geblieben waren, kam es infolge der im dritten Quartal 2025 eingeleiteten strategischen Reset-Maßnahmen zu einem deutlichen Rückgang in der zweiten Jahreshälfte. Insgesamt sanken die Umsätze im Gesamtjahr 2025 währungsbereinigt um 8,1% auf € 7.296,2 Millionen (2024: € 8.398,0 Millionen), wobei alle Regionen und Produktbereiche einen Umsatzrückgang verzeichneten. Währungseffekte, insbesondere aus dem argentinischen Peso, dem US-Dollar und der türkischen Lira stellten eine zusätzliche Belastung dar und führten zu einem Umsatzrückgang in der Berichtswährung Euro von 13,1%.
Der Umsatz im Großhandelsgeschäft von PUMA sank währungsbereinigt um 12,8% auf € 4.935,0 Millionen (2024: € 5.972,6 Million), was hauptsächlich geringere Umsätze in den Regionen Amerika, Asien/Pazifik und EMEA infolge gezielter Produktrücknahmen und einer bewussten Rekalibrierung des Geschäfts mit Großflächenhändlern widerspiegelte. Das DTC-Geschäft stieg währungsbereinigt um 3,4% auf € 2.361,1 Millionen (2024: € 2.425,4 Millionen), angetrieben durch ein Wachstum von 3,4% sowohl im E-Commerce als auch in den eigenen Stores. Das führte zu einem Anstieg des DTC-Anteils auf 32,4% (2024: 28,9%).
Die währungsbereinigten Umsätze in der Region EMEA sanken um 6,9% auf € 3.143,2 Millionen (2024: € 3.475,7 Millionen), wobei der Umsatzrückgang in Europa teilweise durch Wachstum in EEMEA ausgeglichen wurde. In der Region Asien/Pazifik sanken die Umsätze währungsbereinigt um 7,4% auf € 1.594,7 Millionen (2024: € 1.805,5 Millionen). Das war auf den Umsatzrückgang in Großchina sowie im Rest der Region Asien/Pazifik zurückzuführen. Die Region Amerika verzeichnete einen währungsbereinigten Umsatzrückgang von 10,0% auf € 2.558,2 Millionen (2024: € 3.116,8 Millionen), bedingt durch eine schwache Entwicklung in Nordamerika, während Lateinamerika ein moderates Wachstum verzeichnete.
Innerhalb der Produktbereiche sanken die Umsätze im Bereich Schuhe währungsbereinigt um 7,1% auf € 4.113,8 Millionen (2024: € 4.733,6 Millionen). Dies wurde teilweise durch Wachstum in den Kategorien Sportstyle Prime & Select ausgeglichen, welches insbesondere von der Speedcat-Familie getragen wurde, sowie durch die gestiegene Nachfrage in der Running-Kategorie. Der Umsatz mit Textilien ging währungsbereinigt um 9,7% auf € 2.328,5 Millionen zurück (2024: € 2.703,7 Millionen). Der Umsatzrückgang resultierte vor allem aus der schwächeren Entwicklung in den Kategorien Sportstyle und Teamsport, während Wachstum in den Kategorien Training, Basketball und Motorsport diesen teilweise ausgleichen konnte. Der Produktbereich Accessoires verzeichnete einen währungsbereinigten Umsatzrückgang um 8,5% auf € 853,9 Millionen (2024: € 960,7 Millionen). Diese Entwicklung resultierte hauptsächlich aus einem Umsatzrückgang in der Kategorie Golf.
Profitabilität
Die Rohertragsmarge sank um 260 Basispunkte auf 45,0% (2024: 47,6%). Der Rückgang war auf verstärkte Verkaufsförderungsmaßnahmen im Großhandelsgeschäft, Vorratsbestands-rückstellungen, einen ungünstigen Produktmix und nachteilige Währungseffekte zurückzuführen. Kompensiert wurde dieser Effekt teilweise durch einen vorteilhaften Vertriebskanalmix. Darüber hinaus wirkten sich niedrigere Beschaffungskosten, inklusive Zölle, positiv auf die Rohertragsmarge aus und kompensierten die negativen Effekte der US-Zölle vollständig.
Die Lizenz- und Provisionserträge stiegen um 4,4% auf € 92,4 Millionen (2024: € 88,5 Millionen).
Die um Einmaleffekte bereinigten operativen Aufwendungen (OPEX) blieben mit € 3.537,7 Millionen unverändert gegenüber dem Vorjahr (2024: € 3.537,7 Millionen). Einsparungen aus dem Kosteneffizienzprogramm wurden durch gestiegene Einzelhandelsaufwendungen aufgrund des Wachstums im DTC-Geschäft, insbesondere im E-Commerce, ausgeglichen. Darüber hinaus trugen höhere Abschreibungen aufgrund von Investitionen in DTC und Infrastruktur sowie Abschreibungen auf Forderungen in Höhe von rund € 30 Millionen zu den Kosten bei. Marketingausgaben in Prozent vom Umsatz stiegen aufgrund der geringeren Umsätze. Insgesamt führte der Umsatzrückgang zu einem Anstieg der bereinigten OPEX-Quote um 640 Basispunkte auf 48,5% (2024: 42,1%). Vorteilhafte Währungseffekte wirkten dieser Entwicklung teilweise entgegen.
Das bereinigte EBIT ohne Einmaleffekte sank aufgrund des Umsatzrückgangs und einer geringeren Rohertragsmarge auf € -165,6 Millionen (2024: € 548,7 Millionen). PUMA verzeichnete Einmaleffekte in Höhe von € 191,6 Millionen, die hauptsächlich im Zusammenhang mit dem Kosteneffizienzprogramm und Goodwill-Abwertungen standen. Die Kosten im Rahmen des Kosteneffizienzprogramms umfassten insbesondere Personalaufwendungen, die Schließung unrentabler Stores und sonstige nicht operative Aufwendungen. Infolgedessen belief sich das berichtete EBIT auf € -357,2 Millionen (2024:
€ 548,7 Millionen) und die EBIT-Marge auf -4,9% (2024: 6,5%).
Das Finanzergebnis sank um 11,2% auf € -165,7 Millionen (2024: € -149,0 Millionen), aufgrund nachteiliger Währungsentwicklungen und eines geringeren Zinsergebnisses. Trotz eines im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringeren Ergebnisses vor Steuern beliefen sich die Ertragsteuern auf € -120,7 Millionen (2024: € -119,0 Millionen). Dies war in erster Linie auf die Abwertung von latenten Steueransprüchen in den USA und China zurückzuführen.
Der Verlust aus fortgeführten Geschäftsbereichen belief sich auf € -643,6 Millionen (2024: Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen in Höhe von € 280,7 Millionen) und das Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen belief sich auf € -4,37 (2024: € 1,88).
Bilanz
Das Working Capital stieg um 20,2% auf € 1.536,6 Millionen (31. Dezember 2024: € 1.278,2 Millionen). Die Vorräte stiegen um 2,3% in der Berichtswährung Euro und währungsbereinigt um 10,7% auf € 2.060,0 Millionen (31. Dezember 2024: € 2.013,7 Millionen). Der Anstieg war hauptsächlich auf die gezielte Rücknahme von Vorratsbeständen aus dem Großhandelsgeschäft zur Bereinigung des Vertriebskanals zurückzuführen. Dieser Effekt wurde durch einen Rückgang des Beschaffungsvolumens teilweise ausgeglichen. Das bewusste Management des Beschaffungsvolumens half dabei, das Wachstum der Vorratsbestände zu verlangsamen und Überbestände zu vermeiden. Im Rahmen seiner Maßnahmen zur Bereinigung des Vertriebs hat PUMA die Rücknahme von Vorratsbeständen im vierten Quartal weitgehend abgeschlossen und wird den Produktabverkauf über eigene Factory-Outlets und im Großhandelsgeschäft mit spezifischen Verkaufsförderungsmaßnahmen weiter vorantreiben. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sanken hauptsächlich aufgrund des deutlichen Umsatzrückgangs im vierten Quartal um 26,7% auf € 913,4 Millionen (31. Dezember 2024: € 1.246,5 Millionen). Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sanken um 32,9% auf € 1.271,4 Millionen (31. Dezember 2024: € 1.893,5 Millionen) im Wesentlichen bedingt durch das geringere Beschaffungsvolumen im vierten Quartal.
Cashflow und Liquiditätslage
Der freie Cashflow belief sich auf € -530,3 Millionen und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert (2024: € 464,3 Millionen). Diese Entwicklung war im Wesentlichen auf das negative Ergebnis vor Steuern sowie einen Anstieg des Working Capital zurückzuführen. Investitionen (CAPEX) im Jahr 2025 beliefen sich auf € 206,3 Millionen (2024: € 263,0 Millionen). Die Investitionen konzentrierten sich auf die Logistik, die digitale Infrastruktur, die DTC-Vertriebskanäle und wichtige Initiativen zur Stärkung der langfristigen Wettbewerbsfähigkeit von PUMA. Zum 31. Dezember 2025 verfügte PUMA über flüssige Mittel in Höhe von € 290,0 Millionen (2024: € 368,2 Millionen), was einem Rückgang von 21,2% gegenüber dem Vorjahr entsprach. Darüber hinaus verfügte der PUMA-Konzern über bestätigteKreditlinien in Höhe von € 2.562,8 Millionen (31. Dezember 2024: € 1.842,9 Millionen). Der Anstieg der bestätigten Kreditlinien von € 719,9 Millionen gegenüber dem Vorjahr resultierte insbesondere aus dem Abschluss einer Brückenfinanzierung in Höhe von € 500,0 Millionen und zwei Schuldscheintransaktionen im Jahr 2025 über insgesamt € 275,0 Millionen. Gegenläufig wurde im Januar 2025 eine Schuldschein-Tranche in Höhe von € 70,0 Millionen mit Endfälligkeit zurückgezahlt. Die ungenutzten Kreditlinien beliefen sich zum Bilanzstichtag auf € 1.202,2 Millionen (2024: € 1.360,2 Millionen). Die Nettoverschuldung lag zum Ende des Geschäftsjahres 2025 mit € 1.063,5 Millionen deutlich über dem Vorjahresniveau von € 119,8 Millionen. Die höhere Nettoverschuldung reflektierte im Wesentlichen einen Anstieg der Bankverbindlichkeiten zur Unterstützung des operativen Geschäfts sowie die Finanzierung des Working Capital. Für mehr Informationen zur Finanzierung siehe Abschnitt „Ereignisse nach dem Bilanzstichtag“.
Vorschlag keine Dividende für das Geschäftsjahr 2025 auszuschütten
Aufgrund des negativen Konzernergebnisses des PUMA-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr beabsichtigen Vorstand und Aufsichtsrat, der Hauptversammlung am 19. Mai 2026 vorzuschlagen, für das kommende Jahr keine Dividende auszuschütten (2024: € 0,61).
Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 spiegelt Übergangsjahr für PUMA wider
Nach dem strategischen Reset im Jahr 2025 bei dem PUMA gezielt Maßnahmen ergriffen hat, um unternehmensspezifische Herausforderungen zu bewältigen, Lagerbestände abzubauen und die Basis für eine stärkere und fokussiertere Zukunft zu legen, wird 2026 ein Übergangsjahr sein.
PUMA setzt 2026 die Optimierung seiner Vertriebskanäle und den Abbau der Lagerbestände fort. Der Abbau der Lagerbestände soll durch ein diszipliniertes Management der Beschaffungsaufträge und gezielten Produktabverkauf erreicht werden. Das im Vorjahr eingeleitete Kosteneffizienzprogramm wird auch im Jahr 2026 fortgeführt. Dazu zählen die Umsetzung einer klaren Organisationsstruktur, die Verkleinerung des Produktsortiments sowie der Abschluss des seit Anfang 2025 laufenden Abbaus von rund 1.400 Verwaltungsstellen.
Während dieser Übergangsphase liegen die Prioritäten von PUMA darin, das Unternehmen auf nachhaltigen Erfolg auszurichten, die finanzielle Stabilität zu sichern und für eine Rückkehr zu einem gesunden, über dem Branchendurchschnitt liegenden Wachstum ab 2027 zu positionieren. Die Marken- und Produktstrategie für 2026 wird sich auf vier Fokuskategorien konzentrieren: Fußball, mit einer starken Präsenz bei der Fußballweltmeisterschaft; Running, angetrieben durch die NITRO™-Technologie; Training, unterstützt durch die exklusive Partnerschaft mit HYROX; und Sportstyle Prime & Select, wo das Unternehmen sein Sortiment mithilfe des einzigartigen Produktarchivs aus über 77 Jahren Sportgeschichte und eines stärker integrierten Storytellings weiterentwickeln wird.
PUMA geht im Jahr 2026 von anhaltenden geopolitischen sowie makroökonomischen Unsicherheiten aus. Der erwartete währungsbereinigte Umsatzrückgang im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich resultiert überwiegend aus geringeren Umsätzen in Nordamerika infolge von Maßnahmen zur Bereinigung der Vertriebsstruktur, während ein Umsatzwachstum in Lateinamerika und dem Nahen Osten, Afrika & Indien dies nur teilweise kompensieren kann.
Das Unternehmen prognostiziert ein operatives Ergebnis (EBIT) in der Bandbreite von € -50 Millionen und € -150 Millionen, einschließlich Einmaleffekte im Zusammenhang mit dem umgesetzten Kosteneffizienzprogramm. PUMA plant für 2026 Investitionen (CAPEX) von rund € 200 Millionen, hauptsächlich in digitale Infrastruktur, DTC-Vertriebskanäle und strategische Projekte zur langfristigen Wettbewerbsstärkung.
Während das Jahr 2025 von einem strategischen Neustart geprägt war und 2026 als Übergangsjahr gilt, blickt PUMA mit Zuversicht auf die bisher implementierten und für die nähere Zukunft geplanten Maßnahmen. Ab 2027 sollen die Maßnahmen nachhaltiges Wachstum ermöglichen. Die eingeleiteten Initiativen zielen darauf ab, die Produktivität dauerhaft zu erhöhen und die strategische Ambition des Unternehmens zu unterstützen, sich mittelfristig unter den drei führenden Sportmarken weltweit zu etablieren.
Grundlage der Erstellung / Wichtiger Hinweis
Am 11. November 2025 wurde bekannt gegeben, dass PUMA und sein langjähriger Partner United Legwear von einer Partnerschaft in eine Lizenzvereinbarung übergehen. Diese Änderung trat am 01. November 2025 in Kraft. Infolge dieser Änderung wird PUMA United in der Finanzberichterstattung von PUMA ab November 2025 als aufgegebener Geschäftsbereich klassifiziert. Dementsprechend wurden die in dieser Pressemitteilung verwendeten Gewinn- und Verlustzahlen für 2024 und 2025 angepasst.
Ereignisse nach dem Bilanzstichtag
Bekanntmachung ANTA: Am 27. Januar 2026 gab der chinesische Sportartikel-Konzern Anta Sports bekannt, dass er mit Artémis S.A.S. einen Vertrag über den Kauf der Anteile an PUMA in Höhe von 29,06 % abgeschlossen hat. Die Transaktion beinhaltet aufschiebende Bedingungen. PUMA veröffentlichte am selben Tag eine Stellungnahme von CEO Arthur Hoeld als Reaktion auf die Bekanntmachung. Die vollständige Stellungnahme finden Sie im Bereich „News“ auf der PUMA-Website:https://about.puma.com/de/newsroom/news
Zusätzliche Privatplatzierung und Syndizierung: Am 26. Januar 2026 hat PUMA eine Schuldscheintransaktion in Höhe von € 100,0 Mio. abgeschlossen, welche am 29. Januar 2026 zur Auszahlung gekommen ist. Der Schuldschein hat eine Laufzeit von 2 Jahren mit einer marktüblichen festen Verzinsung. Durch die zusätzliche Privatplatzierung konnte die am 15. Dezember 2025 vereinbarte Überbrückungsfinanzierung von € 500,0 Millionen auf € 350,0 Millionen angepasst und am 20. Februar 2026 über PUMAs Kernbanken voll aussyndiziert werden. Die Überbrückungsfinanzierung in Höhe von € 350,0 Millionen und das Schuldscheindarlehen in Höhe von € 100,0 Millionen werden unverändert zur Reduzierung der Inanspruchnahmen aus dem bestehenden Syndizierten Kredit verwendet.