Head of GTM Shane sitzt auf einem Hocker

NÜTZLICHE TIPPS ZUM ARBEITEN IN EINEM JAPANISCHEN BÜRO

Shane Runyan Head of Go-To-Market Operations

Umziehen ist nie einfach. Ich bin Amerikaner mit japanischen Wurzeln und in Kalifornien aufgewachsen. Für eine Stelle zog ich nach Tokio. Das Leben in einer neuen Kultur kann selbst dann beängstigend sein, wenn sie dir nicht ganz fremd ist.

IN JAPAN IST DIE GRUPPE IN DER REGEL WICHTIGER ALS DER EINZELNE


Diese Gruppenmentalität sensibilisiert jeden Einzelnen für die Kollegen und ist ein wichtiger Teil des Rufs, den Japaner haben, respektvoll und bescheiden zu sein. Du wirst das von Anfang an bei der Entscheidungsfindung in deinem Team kennenlernen.

Entscheidungen brauchen länger, als du vielleicht erwartet hättest. In der Regel werden mehrere Meetings abgehalten, bevor ein Handlungsplan steht. Häufig werden auch Kollegen zu diesen Meetings eingeladen, die nicht aktiv an der Diskussion beteiligt sind. Die Idee dahinter: Je mehr Personen am Brainstorming teilnehmen, desto mehr Informationen und Transparenz bekommst du, um Entscheidungen zu treffen. Der Prozess zieht sich aber natürlich auch hin, was dazu führt, dass du mehr Arbeit hast, wenn Entscheidungen kurzfristig zu fällen sind. Weil unsere Teammitglieder hier bei PUMA aber aus vielen verschiedenen Nationen kommen, versuchen wir immer, den Prozess im Einklang mit unseren Markenwerten so kurz wie möglich zu halten.

Zwei PUMA Mitarbeiter spielen Tischkicker

Meine Mutter ist zwar Japanerin, aber zu Hause sprechen wir Englisch. Japanisch habe ich erst an der Uni gelernt. Ich weiß also genau, was du durchmachst. Nachdem ich in den letzten 18 Jahren Erfahrung in drei Unternehmen sammeln konnte, habe ich einen ganz besonderen Blick und gebe dir gerne ein paar Tipps zur japanischen Bürokultur.

Drei PUMA Mitarbeiter im Gespräch

RESPEKT VOR DEM ALTER

Menschen, die älter oder im Unternehmen höher gestellt sind oder ein höheres Dienstalter haben, werden in Japan mit Respekt und Demut behandelt. In manche Meetings werden deshalb auch nur Manager einbezogen, die Mitarbeiter sitzen im Hintergrund und/oder tun ihre Meinung nicht kund. Respekt ist gut, bis er der Effizienz oder dem Gedankenaustausch im Weg steht.

Als Manager ermutige ich meine Teamkollegen stets, mir ihre Meinung nicht vorzuenthalten. Indem ich meinen Gesprächspartnern zeige, dass ich bereit bin, zuzuhören, ermögliche ich es ihnen, sich zu öffnen und mich mit interessanten Gedanken zu überraschen. Da die Zielgruppe unserer Marke sehr jung ist, finde ich es wichtig, auch von unseren jüngeren Mitarbeitern Input zu fordern.

PÜNKTLICHKEIT UND ORGANISATIONSFÄHIGKEIT

Japaner sind pünktlich. Wird ein Meeting für 10:00 Uhr angesetzt, sind um 10:00 Uhr auch alle Teilnehmer anwesend. Früher habe ich meinen Timer immer ein paar Minuten vorgestellt, um ja nicht zu spät zu erscheinen.

Japaner sind auch sehr organisiert; Chaos ist nicht vorgesehen. Das wird einem schon morgens in den Zügen deutlich, die gefühlt alle Menschen aus der Metropolregion Tokio (mit ca. 36 Millionen Menschen die größte der Welt) auf einmal transportieren. Selbst in der Rushhour stehen oder sitzen alle sehr ruhig und bewegen sich nur, um auszusteigen. Rangeleien oder gar Streitigkeiten finden hier nicht statt. Wenn du jemandem versehentlich auf den Fuß trittst, verneigst du dich kurz und entschuldigst dich leise. Überraschenderweise sind die Züge trotz Menschenmassen selten verspätet. Du kannst dich eigentlich immer darauf verlassen, dass sie dich pünktlich an deinem Zielort abliefern – kein Vergleich zum öffentlichen Verkehrswesen in westlichen Ländern.

Die Liebe zum Organisiert-Sein bemerkt man auch im Büro. Jeder ist höflich und respektvoll und keiner spricht über die Maßen laut, obwohl hier 100 Menschen in einem Büro sitzen, das längst nicht so groß ist wie im Westen üblich. Ich finde, Japaner sind sehr konzentriert beim Arbeiten. Gespräche unter Kollegen in der Teeküche sind selten, sie werden in der Regel auf die Mittagspause oder die Freizeit nach getaner Arbeit verschoben.

GLEITZEIT

Flexible Arbeitszeiten gehören zu den Errungenschaften westlicher Unternehmen des 21. Jahrhunderts; in Japan müssen sie sich erst noch etablieren. Home-Office, Gleitzeit und Urlaub sind für Mitarbeiter in den USA und in Europa selbstverständlich, aber in Japan wird die Anwesenheit im Büro immer noch höher angesehen. Zum Glück bietet PUMA Japan diese Vorteile für uns Mitarbeiter und hat sogar ein Programm für das „mobile Büro“ ins Leben gerufen, sodass wir einige Tage pro Woche von Zuhause aus arbeiten können. Trotzdem fühlen sich viele Mitarbeiter immer noch nicht wohl dabei, bezahlten Urlaub zu nehmen oder freitags früher nach Hause zu gehen.

Wie ich versucht habe darzustellen, ist es für das Einleben in Japan wichtig, dass du die japanische Kultur annimmst, aber dabei du selbst bleibst. Trotz der großen Unterschiede zwischen der japanischen und der westlichen Kultur sind Japaner im Großen und Ganzen offen und denken global. Wenn du bereit bist, sie zu verstehen, werden sie dir genauso aufgeschlossen gegenübertreten.

PUMA MItarbeiter bei der Kaffee-Pause