ZDHC - Die Detox-Kampagne

PUMA Fortschrittsbericht 2015

Als eines der ersten Unternehmen, welches die Greenpeace Detox-Verpflichtung unterzeichnet hat, zeigte PUMA schon 2011, dass das Vorsorgeprinzip, die Eliminierung von Schadstoffen sowie die Transparenz über die Lieferkette eine wichtige Rolle spielen. Hinter dieser Verpflichtung stehen wir unverändert und berichten regelmäßig über die Fortschritte gegenüber den von uns gesetzten Zielen.

1.Eliminierung von PFCs

Als Teil unserer Verpflichtung zur Eliminierung von gefährlichen Chemikalien bis 2020 haben wir bereits seit 2015 langkettige fluorierte Chemikalien (PFCs) aus unserer Lieferkette verbannt. Wir arbeiten derzeit mit Hochdruck an der Eliminierung der verbleibenden PFCs bis zu unserem gesetzten Ziel Ende 2017.

Dieser Prozess wird durch unsere Material und Sourcing-Teams aller drei Produktkategorien betreut, durch unsere weltweiten Materialhersteller umgesetzt und erfolgt in enger Kooperation mit den Chemieherstellern, welche PFC-freie Produkte anbieten.

Trotz der großen Herausforderung, PFC-freie Alternativen zu finden, die unseren Anforderungen in Bezug auf die Funktionalität entsprechen, konnten wir für die Herbst/Winter 2016 Textilkollektion erste PFC-freie Materialien verwenden. Auch unsere Teams für Accessoires und Schuhe arbeiten kontinuierlich an der Erreichung unseres Ziels, bis Ende 2017 ausschließlich PFC-freie Produkte anbieten zu können.

2.Transparenz und Abwassertests

Die Verwendung von guten Chemikalien ist die Grundvoraussetzung für die Erreichung der Eliminierung von Schadstoffen im Abwasser. Abwassertests können weiterhin Aufschluss darüber geben, ob und wo gefährliche Chemikalien während des Produktionsprozesses unbeabsichtigt zum Einsatz kamen und an welchen Stellen das Chemikalienmanagement noch verbessert werden muss. Zusätzlich zeigen Abwassertests, ob die Abwasserbehandlungsanlagen ausreichend effizient sind, um generelle gesetzliche Abwasserparameter wie COD, BOC, etc. einzuhalten.

Aus diesem Grund haben wir, zusammen mit anderen Sportmarken unsere wichtigsten Zulieferer mit Nassprozessen dazu aufgefordert Abwassertests auf generelle Parameter und industrie-spezifische Substanzen durchzuführen. Die Ergebnisse dieser Abwassertests wurden auf der Webseite der chinesischen NRO „Institute of Public and Environmental Affairs“ (IPE) veröffentlicht.

Im Folgenden finden Sie die Ergebnisse der Abwassertests 2015 von PUMAs 33 wichtigsten Zuliefererfabriken. Diese decken 82% des Volumens der Materialien für Textilprodukte, 61% des Volumens von Schuhleder, 69% des Volumens unserer textilen Materialien für Schuhe sowie unsere größten Hersteller für Accessoires ab.

Table 1: Veröffentlichte Abwasser Testergebnisse von PUMA Zulieferern

Nr.

Fabrik

Land oder Region

2015 IPE Website mit den Testergebnissen

1

Shenzhou China

CN

Link

2

Formosa Taiwan

TW

Link

3

Formosa China Changshu

CN

Link

4

Formosa China Zhongshan

CN

Link

5

Formosa VN Dong Nai  

VN

Link

6

Formosa VN Long An

VN

Link

7

Men Chuen Taiwan

TW

Link

8

Men Chuen Vietnam

VN

Link

9

Square Fashion

BD

Link

10

Far Eastern China

CN

Link

11

Far Eastern Taiwan

TW

Link

12

Viyellatex

BD

Link

13

Fu Hsun China

CN

Link

14

Fu Hsun Vietnam

VN

Link

15

Fu Hsun Taiwan

TW

Link

16

DBL

BD

Link

17

Top Star China

CN

Link

18

Top Star Cambodia

CB

Link

19

De Licacy

TW

Link

20

Tong Siang

TH

Link

21

Fulltide

TW

Link

22

Tai Hing

CN

Link

23

Prime Asia China

CN

Link

24

Prime Asia Vietnam

VN

Link

25

Hung Fu

VN

Link

26

Tong Hong China

CN

Link

27

Tong Hong Vietnam

VN

Link

28

Hua Chang

CN

Link

29

Cosmo Zhongshan

CN

Link

30

Cosmo Dongguan

CN

Link

31

Cosmo Haining

CN

Link

32

Mingchia

TW

Link

33

Jiexin

CN

Link

Tabelle 2, 3 und 4 zeigen eine kurze Zusammenfassung der Testergebnisse.

Zur Gegenüberstellung mit gesetzlichen Grenzwerten wurden der chinesische und der italienische Abwasserstandard für die generellen Parameter herangezogen. Die Konformitätsrate mit diesen Standards liegt zwischen 78 und 100%.

Table 2: Ergebnisse der statistischen Auswertung der generellen Abwasser Parameter

Die Ergebnisse der Prüfung auf Schwermetalle sind in Tabelle 3 zu finden. Chrom VI wurde in keinem der Proben gefunden. Die Detektionsrate liegt zwischen 13% für Quecksilber und 88% für Zink.

Für neun von dreizehn Schwermetallen werden die Vorgaben der Referenzstandards erfüllt. Für Antimon, Magnesium, Kupfer und Zink liegt der Erfüllungsgrad bei 72, 88, 91, bzw. 97%.

Table 3: Statistische Auswertung der Prüfergebnisse für Schwermetalle in Abwässern

Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der Abwassertests auf spezifische gefährliche Substanzen finden Sie in Tabelle 4. Da es keine nationalen oder internationalen Abwasserstandards für diese Parameter gibt, werden hier nur die Detektionsraten angegeben.

Flammschutzmittel, zinnorganische Verbindungen und kurzkettige Chlorparaffine wurden in keiner der Proben gefunden. Die Detektionsrate der anderen Substanzen liegt zwischen 3% (Chlorphenole) und 38% (Phthalate).

Table 4: Statistische Auswertung der Prüfergebnisse der spezifischen Schadstoffe in Abwässern

Um die Prüfung von Abwässern in der Industrie zu standardisieren, entwickelt die ZDHC derzeit eine “Waste Water Guidance” für generelle Parameter sowie industrie-spezifische Schadstoffe. PUMA unterstützt diese Arbeit und wird den Standard nach Fertigstellung als Referenz verwenden.

Weitere Berichte

ZDHC JOINT ROADMAP UPDATE
2015

Das ZDHC Programm hat eine aktualisierte gemeinsame Roadmap veröffentlicht – ein klares und strategisches Streben, die Maßnahmen und Ressourcen des Programms zu fokussieren. Das Update bündelt seine sieben Arbeitsbereiche in vier Schwerpunktbereiche, die alle Elemente der Zuliefererkette bei der Anwendung verbesserter Praktiken im Umgang mit Chemikalien unterstützen sollen.

Dieses Update der gemeinsamen Roadmap baut auf bisherigen Erfolgen des ZDHC Programms auf und weist die Richtung für die nächsten fünf Jahre.

Basierend auf den Erfahrungen aus der Implementierungsphase wurden die Maßnahmen von ZDHC durch regelmäßige Updates weiterentwickelt und fokussiert um gefährliche Chemikalien aus der Lieferkette zu eliminieren. Mit dieser Phase begibt sich die Gruppe von der Entwicklung grundlegender Instrumente in den Bereich der Implementierung.

Das Ziel, zu einer saubereren Umwelt beizutragen und die Übernahme der Verantwortung gegenüber der Umwelt auszuweiten, bleibt so wichtig wie nie zuvor.

Joint Roadmap Update 2015 (PDF)

Weitere Informationen unter: http://www.roadmaptozero.com/joint-roadmap/

 

ERNEUERUNG DER DETOX-VERPFLICHTUNG 
(ORIG. ENGL. FASSUNG)
21/November/2014

Aligned with our July 2011 Detox commitment, our next public steps to the elimination of all hazardous chemical use across our global supply-chain are:

 

  1. Public’s Right to Know

PUMA SE will deliver full transparency of our global supply-chain hazardous chemical use via an M-RSL. 

PUMA SE will deliver public reporting of hazardous chemical use across our global supply-chain, starting with:

i. at least 80% of all “wet processes” including China and other ‘developing world’ suppliers across our global supply-chain, by no later than 31 December 2014 reporting via the IPE Detox platform (www.ipe.org.cn/en/pollution/discharge_detox.aspx);

ii. PUMA SE will ensure full details of our complete wet process global supply-chain are always current and publicly available.

 

  1. PFC Elimination

As PUMA SE is fully implementing the precautionary principle, we publicly commit to eliminating all long-chain (i.e. C7, C8 and longer) PFCs (defined as all poly and per – fluorinated substances and their precursors and metabolites) across our global supply-chain by no later than 01 January 2015 (across all products we produce and/or sell[1]). The elimination of all PFCs used in any of the products we produce or sell will be supported by:

i. PUMA SE commits to eliminate any other PFCs (in addition to our elimination of all “long-chain” PFCs) identified in the preceding, above, in any of the products PUMA SE produces and/or sells across our global supply-chain, by no later than 31 December 2017[2];

ii. a rigorous system of control to ensure that no traces of PFCs find their way into our supply chain in line with the above;

iii. work in partnership with our supply chain and other global industry leaders to accelerate the move to environmentally responsible non-PFC technologies.

(PUMA SE footnote 4 (July 2011) Precautionary approach: It means that when scientific evidence suggests a substance may harm the environment or human health, but the type or magnitude of harm is not yet known, a preventative approach towards potentially serious or irreversible damage should be taken, recognizing the fact that such proof of harm may not be possible.)

 

[1] products produced with C7 - or longer chain - PFCs before 01 January, 2015 will still be available for sale - for a limited period - after 31 December 2014

[2] products produced with any shorter chain PFCs (<C7) before 01 January, 2018 will still be available for sale - for a limited period - after 31 December 2017

 

PUMA, ADIDAS, C&A, H&M, LI NING UND NIKE BESCHLIEßEN ENGE ZUSAMMENARBEIT

Im November 2011 haben die adidas Gruppe, C&A, H&M, Li Ning, Nike und PUMA eine gemeinsame Roadmap veröffentlicht, wonach die Freisetzung gefährlicher Chemikalien in die Umwelt bis 2020 unterbunden werden soll (siehe PDF unten). Es ist ein ambitionierter Maßnahmenplan, der neue Standards für Umweltleistungen in der globalen Textil- und Schuhindustrie setzen soll. Die Roadmap beinhaltet spezifische Verpflichtungen sowie Zeitvorgaben, um dieses gemeinsame Ziel zu erreichen. Sie werden im Folgenden erläutert:

  • Alle Zulieferer werden umgehend über das gemeinsame Vorhaben und die Zielsetzungen informiert und darauf vorbereitet
  • Pilotprojekte werden bei größeren, vertikal integrierten Zulieferern von 2011 bis 2013 durchgeführt, um ein verbessertes Verständnis in Bezug auf die Freisetzung von gefährlichen Chemikalien in die Umwelt zu erhalten
  • Verifizierende Maßnahmen, ob die neun Klassen gefährlicher oder persistenter Chemikalien nicht mehr eingesetzt werden
  • Bis Ende 2012 wird ein Bestandsverzeichnis aller in der Textilfertigung eingesetzten Chemikalien initiiert
  • Die Ergebnisse aller Pilotprojekte und -studien im Rahmen dieser Initiative werden veröffentlicht
  • Über die Fortschritte des gemeinsamen Aktionsplans wird regelmäßig und öffentlich berichtet (2012: quartalsweise; 2013-2020: jährlich)

Die gemeinsame Roadmap ist ein dynamisches, fortzuschreibendes Dokument: Sie wird permanent weiterentwickelt, da wir durch unsere Pilotprojekte und Recherchen sowie infolge der Zusammenarbeit mit anderen Marken und Stakeholdern einen kontinuierlichen Wissens- und Erfahrungszuwachs erzielen.

Weitere Informationen zur inzwischen 2. Version der Roadmap unter http://www.roadmaptozero.com und unter http://www.roadmaptozero.com/joint-roadmap

Die Inangriffnahme und Erreichung der Zielsetzung, nämlich die Unterbindung der Freisetzung von gefährlichen Chemikalien in die Umwelt stellt eine große und komplexe Herausforderung dar, die durch unsere Marken-Kooperation allein nicht flächendeckend durchgesetzt werden kann. Unsere Vision ist es daher, dass unsere Roadmap als Maßstab dient und sich uns viele weitere Marken anschließen. Schließlich wollen und brauchen wir eine breite Unterstützung und Partner, die mit uns zusammenarbeiten – von Chemielieferanten, Wissenschaftlern, und Nichtregierungsorganisationen, über Branchenexperten und Unternehmer bis hin zu den politischen Entscheidungsträgern. Es geht uns darum, weltweit Veränderungen in den Produktionsverfahren von Textilien und Schuhen anzustoßen, daher nutzen wir unser globales Netzwerk, um die besten Ideen und Lösungen zu identifizieren.

 

ZDHC FORTSCHRITTSBERICHTE

Um größtmögliche Transparenz zu gewährleisten, veröffentlichen die Unterzeichner der ZDHC-Initiative gemeinsame Fortschritte regelmäßig und öffentlich in Form von Berichten (orig. engl. Fassung). Weitere Berichte finden sich hier.

Annual Report 2015

Annual Report 2014

Annual Report 2013

Quarter 3 Report September 2013

Annual Report 2012

 

WEITERE ZDHC-DOKUMENTE

Die ZDHC-Gruppe veröffentlicht regelmäßig die Ergebnisse aus seinen Studien. Die Dokumente, die auf der ZDHC-Website unter http://www.roadmaptozero.com/programme-documents/ aufgelistet sind, werden kontinuierlich mit weiteren Informationen aktualisiert. Neben anderen Publikationen finden Sie hier die ZDHC MRSL (Manufacturing Restricted Substances List), Fact Sheets zu spezifischen Chemikalien, oder Informationen zur Implementierung eines Chemikalienmanagement Systems.