Chemikalienmanagement

Arbeiterin in einer Schuhfabrik in Vietnam, die für PUMA fertigt

Seit unserem ersten Handbuch für Umweltstandards, das wir 1999 veröffentlicht haben, setzt sich PUMA dafür ein, Verbraucher und die Umwelt vor gefährlichen Chemikalien zu schützen. In unseren aktuellen Nachhaltigkeitshandbüchern zu den Themen „Umwelt und Chemikalienmanagement" werden die Richtlinien für unsere Zulieferer, für Prüfinstitute, Chemieunternehmen und andere Stakeholder vorgegeben. Sie werden regelmäßig aktualisiert, um stets den rechtlichen Bestimmungen und höchsten Branchenstandards Rechnung zu tragen.

PUMA war das erste Unternehmen in der Branche, das PVC 2003 aus seiner Produktpalette verbannt hat. 2005 folgte dann die enge Zusammenarbeit mit Greenpeace im Rahmen der „Cleaning up our Chemical Homes”-Kampagne.

Mittels Trainings und Schulungen bringen wir außerdem laufend aktuelle Informationen und Erkenntnisse, die wir durch unsere Mitgliedschaften in der AFIRM-Arbeitsgruppe, unserer bluesign Systempartnerschaft, der Sustainable Apparel Coalition sowie der Leather Working Group sammeln, in unsere Beschaffungskette ein.

Schadstoffliste – RSL

PUMA shoe factory in Vietnam

Zum Schutz von Verbrauchern und Umwelt stellt PUMA sicher, dass alle Produkte frei von Schadstoffen sind. Seit Jahren passt PUMA seine Umwelt- und Sicherheitsstandards regelmäßig auf den neusten Stand an um die Einhaltung von internationalen Gesetzgebungen und Richtlinien sicherzustellen.

Mit dem Update der RSL 2016 hat PUMA die AFIRM RSL, eine industrieweite Schadstoffliste, als den PUMA RSL Standard übernommen. Diese gilt für alle Stufen in der Produktionskette und umfasst alle Produktsegmente (Schuhe, Textilien und Accessoires).

Die AFIRM RSL kann unter diesem Link heruntergeladen werden: http://www.afirm-group.com/afirm-rsl/

Während der Produktentwicklung sind unsere Materialhersteller aufgefordert, Prüfberichte für alle Materialien vorzulegen, die in PUMA Produkten verwendet werden sollen. Zulieferer der ersten Lieferantenebene (Tier 1-Zulieferer) sind dafür verantwortlich, dass gültige Prüfberichte oder Zertifikate für alle Materialien verfügbar sind.

Weitere Informationen zum Thema RSL finden Sie in unserem Handbuch „PUMA Sustainability Handbook - Chemical Management“. Eine Liste mit von PUMA akzeptierten Prüfinstituten kann hier abgerufen werden.

 

Priorisierte gefährliche Substanzen und Manufacturing Restricted Substances List (MRSL)

PUMA besitzt fast keine eigenen Produktionsstätten, sondern platziert Aufträge bei Direktzulieferern und Materialherstellern, die auch von anderen Marken der Textilindustrie genutzt werden. Wir sind überzeugt davon, dass positive und grundlegende Veränderungen in Bezug auf die Verbesserung der Umweltstandards nur in Zusammenarbeit mit anderen Marken und Retailern der Sport- und Textilindustrie stattfinden können. Wir sind Gründungsmitglied der ZDHC Foundation, sind dort im "Board of Directors" vertreten und arbeiten an verschiedenen Themenbereichen aktiv mit.

Die ZDHC, bestehend aus 20 Mitgliedsmarken, hat die sogenannte "Manufacturing Restricted Substances List" (MRSL) entwickelt und publiziert und aktualisiert diese regelmäßig. Die MRSL der ZDHC kann auf der ZDHC-Website runtergeladen werden: http://www.roadmaptozero.com/fileadmin/pdf/MRSL_v1_1.pdf
 

Im Entstehungsprozess der MRSL der ZDHC wurden Rahmenbedingungen (Framework for the Prioritisation of Hazardous Chemicals) festgelegt, die gefährliche Substanzen priorisieren, um sie dann entweder auf die MRSL zu setzen und ihren Einsatz in der Lieferkette zu verbieten, oder sie der „ZDHC Research List” hinzuzufügen, sofern keine sichereren Alternativen auf dem Markt verfügbar sind.

Wir verstehen die MRSL als ein dynamisches, fortzuschreibendes Dokument, zu dem weitere gefährliche Chemikalien nach und nach hinzugefügt werden müssen. Als Mitglied der ZDHC beteiligen wir uns aktiv an diesem Prozess.

Durch die Unterstützung dieser industrieweit anerkannten MRSL, fördern wir die Implementierung eines Chemikalienmanagement-Systems bei den Herstellern entlang unserer Lieferkette und vermeiden somit die vorsätzliche Verwendung von gefährlichen Chemikalien.

Nach Veröffentlichung der MRSL der ZDHC haben wir diese im Rahmen des „ZDHC MRSL Acknowledgement Letters“ an unsere Zulieferer kommuniziert. Zusammen mit anderen Marken und bluesign technologies haben wir die Chemielieferanten unserer Hersteller zum einem Workshop in Asien eingeladen, um diese über Themen rund um das Management von Chemikalien sowie der MRSL der ZDHC zu informieren. Die MRSL war außerdem Thema bei unseren "Runden Tischen" für Zulieferer, die wir jährlich weltweit veranstalten. Mehr Information zur Implementierung der MRSL finden Sie in unserem Handbuch für Chemikalienmanagement ("PUMA Sustainability Handbook - Chemical Management").

Umwelt-Auditierungen

Seit 2014 auditieren wir unsere Hauptzulieferer mit Nassprozessen nach dem Umwelt-Auditprotokoll der ZDHC. Dieses Protokoll beschäftigt sich neben anderen Umweltthemen vornehmlich mit dem Chemikalienmanagement einschließlich der Implementierung der MRSL der ZDHC.

Im Jahr 2015 und 2016 haben wir unsere größten Zulieferer sowie unsere Materialzulieferer dazu verpflichtet, sich mindestens einer umfassenden Umwelt-Auditierung zu unterziehen. Um Doppelauditierungen und Auditierungsermüdung vorzubeugen, haben wir uns mit anderen Sportunternehmen zusammengeschlossen und akzeptieren nun auch die Ergebnisse der Umwelt-Auditierungen anderer ZDHC-Marken, der Leather Working Group (LWG) oder bluesign technologies.

Mit diesen Kooperationen hat PUMA im Jahr 2015 bei zwölf und 2016 bei achtzehn großen Materialzulieferern Umwelt-Auditierungen weltweit durchgeführt. Zusätzlich sind 9 unserer Materialzulieferer bluesign Systempartner und 18 Gerbereien zertifiziert durch die Leather Working Group, welche daher nicht noch einmal durch PUMA auditiert wurden. Unter den Fabriken Strickfabriken, Färbereien, Gerbereien und Kunstlederhersteller sowie Zulieferer von Reißverschlüssen, Golfzubehör und Textilien. Diese Fabriken wurden von PUMAs Kontrolleuren bzw. vom globalen unabhängigen Auditunternehmen auditiert.

Die Ergebnisse dieser Kontrollen zeigen deutlich, dass der Großteil der auditierten Materialzulieferer noch einen langen Weg bis zur Erfüllung des Protokolls für Umwelt-Auditierungen der ZDHC (Version 2.0) beschreiten muss.

Seit den Auditierungen haben alle Zulieferer bereits eine zweistellige Anzahl an Korrekturmaßnahmen durchgeführt. Unsere großen Materialzulieferer werden wir auch weiterhin auf die Einhaltung von Umwelt- und auch Sozialvorgaben kontrollieren.

Lagerhaus einer Färberei in Vietnam

Schulungen und Kapazitätsbildung

2015 und 2016 hat PUMA an einer Vielzahl von Meetings teilgenommen, um Zulieferer über die Einführung der MRSL der ZDHC und eines guten Chemikalienmanagements zu schulen. Die wichtigsten sind im Folgenden aufgeführt:

November 2016: “ZDHC & CNTAC Joint Conference” zum Thema Kontrolle gefährlicher Chemikalien und nachhaltiger Produktion

Eine gemeinsame Konferenz der ZDHC Foundation und des “China National Textile & Apparel Council” die an die Zulieferer der Textil- und Schuhproduktion gerichtet ist um das Thema sicheres Chemikalienmanagement aufzugreifen. Die Konferenz gab den Zulieferern wichtige Informationen an die Hand, wie sie Standards und Tools implementieren können. Des Weiteren wurden innovative Projekte von Vordenkern aus der Industrie präsentiert und Frage-und Antwortrunden gehalten.

August 2016: Formation der “China Synthetic Leather Sustainable Supply Chain Industry Innovation Coalition” einschließlich eines Meetings zur Integration der ZDHC

Eine Konferenz der “Artificial & Synthetic Leather Committee of China Plastics Processing Industry Association” und etwa 50 Zulieferern aus dem Bereich der synthetischen Lederherstellung. Es wurden die nächsten Schritte besprochen um eine Bestandsaufnahme zum Thema Chemikalienmanagement und -Kontrolle durchzuführen und daraus weitere Schritte abzuleiten die die Industrie weiter in Richtung Kontrolle gefährlicher Chemikalien bringt. Dabei sollen Tools der ZDHC pilotiert und Best Practices implementiert werden.

Juni 2016: Schulungen zum Thema Chemikalienmanagement und weiteren Umweltthemen bei runden Tischen in Vietnam, Indien, Mexiko, China, Indonesien und Bangladesch

Im Rahmen der Runden Tische gab es Schulungen zur Implementierung der ZDHC MRSL einschließlich der Themen Abwasserprüfungen, Datenveröffentlichung und Transparenz, Umweltaudits und Chemikalienmanagement Systeme. Der Fokus lag auf der Kontrolle der Produktionsprozesse und unseren neuen Anforderungen zur Abwasserbehandlung so wie unserem Ziel bis Ende 2017 PFCs (perfluorierte Chemikalien) aus unserem Produkten eliminiert zu haben. Verschiedene externe Stakeholder wie bluesign technologies oder Better Cotton Initiative gaben außerdem Schulungen und Information zu ihren Systemen.

Dezember 2015: Jahrestagung der China National Textile & Apparel Council (CNTAC)
 

September 2015: Schulung zum Chemikalien Management bei "Runden Tischen" mit den Zulieferern
 

August 2015: Forum zum Austausch mit der China Synthetic Leather Association
 

Mai 2015: Schulung der Chemikalienhersteller in Taipei, Taiwan