PUMA gibt die strategische Ausrichtung für die Phase IV bekannt

Herzogenaurach, 27. Juli 2005

Ad-hoc Veröffentlichung gemäß § 15 WpHG

Das Sportlifestyle-Unternehmen PUMA gibt die vierte Phase seiner langfristigen Unternehmensentwicklung bekannt. Ziel dieser Phase ist die Stärkung und Weiterentwicklung von PUMA als eine der führenden „Multicategory“-Sportlifestylemarken.

In Phase IV, die als “Unternehmensexpansion” bezeichnet wird, verfolgt PUMA das langfristige Ziel, zum begehrtesten Sportlifestyle-Unternehmen zu werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird PUMA sich konsequent an einer Reihe von Eckpfeilern orientieren: Markenbegehrtheit, Nachhaltigkeit, Produktlebenszyklus-Management, Unternehmenswerte, Organisationsstruktur und Wertschöpfung. PUMA will die Phase IV unter anderem auf der Basis dieser Eckpfeiler umsetzen und sich dabei auf drei Kernbereiche konzentrieren: Expansion der Produktkategorien, regionale Expansion sowie eine Expansion über Nicht-PUMA Marken. Darüber hinaus kann eine deutlich höhere Rückführung von Mitteln an die Aktionäre erwartet werden.

Die Expansion der Produktkategorien bezieht sich sowohl auf das Wachstum innerhalb des bestehenden Geschäfts als auch auf den Einstieg in für PUMA neue Produktkategorien. Das Unternehmen wird die Expansion der Produktkategorien auf mehreren Ebenen forcieren, indem neue, starke Akzente im Bereich Sportlifestyle – von Sport bis hin zur Mode – gesetzt werden.

Neben der Erweiterung des Produkt-Portfolios in bestehenden und neuen Kategorien wird das Unternehmen zudem seine regionale Expansion beschleunigen.

Es ist beabsichtigt, die regionale Expansion sowohl in Ländern, die bereits von PUMA Tochtergesellschaften betreut werden, als auch durch verschiedene selektive Joint Ventures und die Rücknahme von Lizenzen im Kerngeschäft zu forcieren. Zunächst sind Joint Ventures mit mehrheitlicher Beteiligung mit den derzeitigen Lizenznehmern in Japan (Textil), China/Hong Kong und Taiwan, sowie durch 100%-ige Tochtergesellschaften in Indien und Dubai für die Region Mittlerer Osten geplant, die am 01. Januar 2006 das operative Geschäft in den jeweiligen Ländern übernehmen sollen.

In Phase IV erwägt das Unternehmen erstmals auch selektiv durch andere Marken zu expandieren. Am Ende der Phase IV könnten Zweitmarken bis zu 10% des gesamten Geschäfts ausmachen.

Aus heutiger Sicht sieht das Management das langfristige Unternehmenspotenzial bei 3,5 Milliarden Euro, wobei in den kommenden fünf Jahren ein großer Teil davon ausgeschöpft werden soll.

Das Unternehmen wird seine Expansion durch seine frei verfügbaren Mittel und durch den künftigen Cashflow finanzieren, mit einem geschätzten zusätzlichen Investitionsvolumen von bis zu 500 Millionen Euro in den kommenden 5 Jahren.

PUMA beabsichtigt auch, signifikante Mittel an seine Aktionäre zurückzuführen. Dafür soll die Dividende über die kommenden Jahre stufenweise von derzeit 6% auf bis zu 20% bis 25% vom Gewinn erhöht werden.

Zusätzlich ist eine Erhöhung des Aktienrückkaufprogramms vorgesehen. Es ist geplant, das bereits durch die Hauptversammlung genehmigte Rückkaufprogramm von 10% des Aktienkapitals voll auszuschöpfen. Demzufolge wird der bestehende Plan, bis zu 800.000 Aktien zurückzuerwerben, auf 1,6 Millionen Aktien erweitert. Das Management betrachtet die Investition in eigene Aktien als vorteilhaft für das Unternehmen und setzt damit überschüssige Liquidität zur flexiblen Steuerung des Kapitalbedarfs ein. Infolgedessen sind insgesamt zusätzlich bis zu 500 Millionen Euro für die schrittweise Erhöhung der Dividende und das Aktienrückkaufprogramm zur Rückführung an die Aktionäre vorgesehen.

Ausblick Phase IV

Die Phase IV wird im Jahr der Fußball-WM 2006 starten und sieht deutliche Investitionen insbesondere in die Bereiche Marketing, Vertrieb (inklusive eigenes Retailgeschäft), sowie in den Bereich Produktentwicklung und Design vor.

Das Management geht von einem zweistelligen jährlichen Umsatzwachstum aus, wobei für 2006 ein Wachstum zwischen 20% und 30% und in den folgenden vier Jahren ein durchschnittlich zweistelliges Umsatzwachstum erwartet wird. Zudem erwartet PUMA langfristig eine über dem Branchendurchschnitt liegende Rohertragsmarge von ca. 48%, wobei die Marge in 2006 zwischen 50-51% liegen und darauf jährlich um 0,5% zurückgehen sollte, was hauptsächlich auf einen veränderten Segment- und Produktmix sowie die durch die regionale Expansion erwartete Anteilsverschiebung beim Umsatz zurückzuführen ist. Aufgrund der Pläne des Managements, einen Teil der hohen Erträge zu Beginn der Phase IV zu re-investieren, sollte das Betriebsergebnis (EBIT) im Jahr 2006 zunächst auf 300 bis 330 Millionen zurückgehen. Danach wird bereits für 2007 ein neuer Rekord beim operativen Gewinn erwartet, gefolgt von einem durchschnittlichen Anstieg im zweistelligen Bereich.

Während sich der operative Gewinn in absoluten Zahlen mit zweistelligen Steigerungsraten verbessern sollte, wird es durch die regionale Expansion zu einer Verminderung der EBIT-Marge kommen, da ein Großteil der Lizenzeinnahmen nicht mehr ohne die entsprechenden Umsätze konsolidiert wird und es daher zu Veränderungen beim Umsatzmix zwischen den Regionen kommen sollte. Deshalb wird für 2006 eine EBIT-Marge von 13-15% und danach von ungefähr 15% erwartet.

Bei einer erwarteten Steuerquote zwischen 30% und 33% und einem Minderheitenanteil in einer Bandbreite zwischen 0,5 und 1% vom Umsatz sollte der Konzerngewinn 2006 zwischen 210 und 230 Millionen liegen und in den darauffolgenden Jahren jeweils im zweistelligen Bereich zulegen.

Da die Investitionen und Aktienrückkäufe zu Beginn der Phase IV höher ausfallen sollten, erwartet PUMA anfänglich einen Rückgang der aktuellen Nettoliquidität, die sich in der Folge wieder schrittweise erhöhen sollte, um daraufhin für mögliche Akquisitionen und/oder eine Ausweitung des Aktienrückkaufprogramms über die bisherigen Ankündigungen hinaus zur Verfügung zu stehen.

Insgesamt erwartet PUMA in Phase IV einen signifikanten Return on Investment zu erreichen sowie den Shareholder Value deutlich zu erhöhen.

PUMA gibt darüber hinaus personelle Veränderungen im Vorstand bekannt. Ulrich Heyd, der als Mitglied des PUMA-Vorstands seit mehr als 20 Jahren für Rechtsangelegenheiten und das weltweite Lizenzgeschäft zuständig ist und insgesamt über 30 Jahre für das Unternehmen tätig war, hat sich entschlossen, das Unternehmen zum Jahresende zu verlassen und sich aus dem aktiven Geschäftsleben zurückzuziehen. Dieter Bock, Mitglied im Group Executive Committee und seit 1979 bei PUMA, wird mit umgehender Wirkung in den Vorstand berufen und dort künftig für den Finanzbereich verantwortlich sein.

Jochen Zeitz, CEO: “Zum Ende des Geschäftsjahres 2005 sollten alle Ziele der Phase III erreicht oder sogar deutlich übertroffen werden. Nach einem starken ersten Halbjahr und dem erfolgreichen Abschluss der Phase III werden wir uns nun auf die kommende Phase IV der langfristigen Unternehmensentwicklung fokussieren, deren Ziel es ist, PUMA dauerhaft als eine der drei Top-Marken im Sportartikelmarkt zu etablieren und langfristig das begehrteste Sportlifestyle-Unternehmen zu werden.“